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Prophylaxe

Unter Prophylaxe (griechisch προφύλαξ «Vorposten, Wächter») versteht man Massnahmen zur Vorbeugung von Krankheiten. Synonym dazu ist die Prävention (von lateinisch praevenire «zuvorkommen, verhüten»). Es ist nicht nur effizienter, sondern oft auch wesentlich effektiver, Gesundheit vorbeugend zu schützen als sie wiederherzustellen.

Einige Massnahmen der Prophylaxe haben sich als ausserordentlich erfolgreich erwiesen, so zum Beispiel die Impfung, Vorsorgeuntersuchungen und Zuchthygiene.

Primäre Prävention will den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern und Unfälle oder die Entstehung von Krankheiten vermeiden.

Sekundäre Prävention bezieht sich auf Früherkennung von Krankheiten (Screening) und Behandlung in einem möglichst frühen Stadium (z.B. Krebsvorsorge, Zahngesundheit).

Zur tertiären Prävention zählen Massnahmen, die Krankheitsrückfällen vorbeugen, die Verschlimmerung von chronischen Erkrankungen verlangsamen oder Folgestörungen bei bestehenden Krankheiten verhindern.

Wir gehen in diesem Abschnitt nur auf die Untersuchung und Vorbeugung der jeweiligen Krankheiten ein. Mehr zu den Krankheiten finden sie unter Hund, Katze und kleine Heimtiere.


Vorsorgeuntersuchung

Um die Gesundheit Ihres Tieres möglichst lange zu erhalten, bieten wir verschiedene Vorsorgeuntersuchungen bei Katzen und Hunden an.

Welpen- und Junghunde-/Jungkatzenprogramm

Für Hunde- und Katzenwelpen ist der erste wichtige Termin im Leben die Impfung im Alter von 8 Wochen.

Hier findet automatisch eine eingehende Allgemeinuntersuchung (Augen, Ohren, Zähne, Herz-Kreislaufsystem, innere Organe, Wiegen usw.) statt.

Wenn Sie eine Kotprobe Ihres Tieres mitbringen (bitte nur in geeignetem Probengefäss, das Sie vorher bei uns oder in einer Apotheke besorgen können), werden wir eine Untersuchung auf Darmparasiten durchführen. Ansonsten bekommen Sie ein entsprechendes Gefäss mit, damit Sie zu einem späteren Zeitpunkt die Probe nachreichen.

Im Preis für die Impfung inbegriffen ist ein eingehendes Beratungsgespräch zu Ernährungs- und Haltungsfragen, Entwurmung, Erziehung und weitere Vorsorgemassnahmen wie Nachimpfungen, Kastration usw. Ausserdem haben Sie die Möglichkeit, mit uns über alle Themen, die Ihren neuen kleinen Freund betreffen zu sprechen und Fragen zu stellen.


Sollte Ihr Hund oder Ihre Katze von Züchterseite bereits einmal geimpft sein, empfehlen wir Ihnen, bald nach der Anschaffung des Tieres zu einer Allgemeinuntersuchung mit Beratungsgespräch bei uns vorbeizuschauen, damit wir die anstehenden wichtigen Dinge mit Ihnen abklären können und das weitere Impfschema besprechen können. Häufig bestehen nämlich gerade bei unfreiwilligen Züchtern, sprich wenn die Trächtigkeit der Mutter Ihres Tieres eigentlich nicht geplant war, Unsicherheiten in Puncto Erstimpfungen, und gerade hier ist es sehr wichtig, einen exakten Impfplan einzuhalten.

Als weiterer Gesundheits-Checkpunkt für Ihr Hunde- oder Katzenbaby dient der Nachimpftermin im Alter von 12 Wochen.

Hier erfolgt eine Untersuchung nach gleichen Kriterien wie bei der Erstimpfung. Falls damals Probleme z.B. mit Parasiten wie Ohrmilben, Flöhen oder Würmern festgestellt wurden, wird der Erfolg der durchgeführten Behandlung kontrolliert.

Wenn sich in der Zwischenzeit neue Fragen zu Ihrem Schützling ergeben haben, so können Sie das jetzt ausführlich mit uns besprechen.

Da bei vollständig durchgeimpften Tieren die nächste Impfung erst ein Jahr später erfolgen muss, empfehlen wir bei heranwachsenden Tieren einen weiteren Routine-Check im Alter von ca. 6 Monaten. Zu diesem Zeitpunkt steht Ihr Hund oder Ihre Katze an der Schwelle zum Erwachsenwerden, beim Menschen könnte man diese Phase mit der Pubertät vergleichen. Hier gilt es sein Augenmerk auf einige Besonderheiten zu richten. Der Zahnwechsel sollte abgeschlossen sein, bei manchen Tieren klappt das nicht vollständig, v.a. kleine Hunderassen können oft ihre Zähne nicht vollständig wechseln und es kann nötig sein, hier etwas nachzuhelfen, damit sich keine Fehlstellung des Kiefers entwickelt.

Vielleicht bemerken Sie bei Ihrer Katze, dass sie sich seltsam verhält, oft nächtelang schreit oder sich vor Ihnen auf dem Boden rollt. Oder der Urin Ihres Katers beginnt unangenehm zu riechen. Dann ist der Zeitpunkt der Kastration gekommen. 

Bei Hündinnen empfehlen wir die Kastration vor der ersten Läufigkeit, also mit 6-8 Monaten, da nur dadurch das Risiko später einmal Brustdrüsenkrebs zu bekommen erheblich vermindert werden kann.

Um all diese Dinge ausführlich mit Ihnen besprechen zu können, ist dieser Untersuchungs- und Beratungstermin gedacht. Zur Impfung mit allgemeiner Vorsorgeuntersuchung und zum Routinecheck können Sie jederzeit ohne Voranmeldung in unsere Sprechstunde kommen.

Geriatrie-/Seniorenprogram für Hunde und Katzen

Ab einem Alter von etwa 7 Jahren gelten Hunde und Katzen als «Senioren».

Natürlich darf man eine solche Altersgrenze nicht verallgemeinern, weil unsere Haustiere je nach Rasse, Körpergrösse und äusseren Einflüssen unterschiedlich rasch altern. So erreichen grosse Hunderassen wie Doggen oder Irische Wolfshunde meist nicht so ein hohes Alter wie kleinere Hunde, bei den Katzen gelten die Siamesen häufig als wahre «Methusalems».

Aber um 7 Jahre herum beginnt bei vielen Tieren ein biologisch natürlicher Prozess des Alterns, der die Leistungs- und Anpassungsfähigkeit des Organismus einschränkt und somit seine Anfälligkeit für gewisse Erkrankungen erhöht. Typische Symptome, die bei älteren Patienten häufiger gefunden werden sind z.B.:

  • Gewichtszu- oder -abnahme
  • Fressunlust
  • Vermehrtes oder vermindertes Schlafbedürfnis
  • Übler Mundgeruch
  • Harninkontinenz
  • Harnabsatzprobleme
  • Kotabsatzbeschwerden
  • Häufiger Durchfall
  • Häufiges Erbrechen
  • Unsauberkeit
  • Vermehrtes Trinken
  • Bewegungsunlust
  • Lahmheiten
  • Verminderte Belastbarkeit
  • Husten
  • Verhaltensänderungen

All diese Symptome können auf mehr oder minder schwerwiegende Erkrankungen hinweisen und sollten nicht einfach als «typische Alterswehwehchen» abgetan werden, sondern bedürfen weiterer Abklärung und ggf. Behandlung um Ihrem langjährigen Freund einen angenehmen Lebensabend zu bewahren.

Häufig fallen aber stattfindende Veränderungen bei den Tieren gar nicht auf, da es sich um geringfügige und allmählich auftretende Anzeichen handelt oder weil die Veränderungen von aussen gar nicht erkennbar sind und nur durch weiterführende tierärztliche Untersuchungen nachgewiesen werden können.

Zum Zweck der Früherkennung von Krankheiten bieten wir für Ihren älteren Hund oder Ihre ältere Katze einen speziellen Senioren-Check an, der folgende Untersuchungen beinhaltet:

  • ausführliche Allgemeinuntersuchung (Gewichtserfassung, Zahnkontrolle, Ohren- und Augenuntersuchung, Abtasten des Bauches),
  • Herz-Kreislaufuntersuchung (Abhören von Herz und Lunge, Pulsmessung, Blutdruckmessung mittels Doppler-Ultraschall, EKG mit computergestütztem EKG-Gerät, bei Veränderungen in diesem Bereich können weiterführend Röntgen- und Ultraschalluntersuchung des Herzens eingeleitet werden,
  • Spezielle Untersuchung des Bewegungsapparates (Gelenkfunktionsprüfung und Druckpunktuntersuchung zur Erkennung von Arthrosen und Bandscheibenschäden, anschliessend bei Verdacht Möglichkeit zur Röntgenuntersuchung),
  • Blutabnahme zur Früherkennung von Leber-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen oder Blutbildveränderungen,
  • Urinuntersuchung (wenn möglich können Sie eine Urinprobe Ihres Hundes gleich zur Untersuchung mitbringen, bei Katzen erfolgt die Urinabnahme i.d.R. in der Praxis),
  • Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane.

Im Anschluss an die Untersuchung bzw. nach Auswertung aller Labor- und sonstigen Untersuchungswerte steht ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin über eventuell vorhandene spezielle Risikofaktoren für Ihr Tier und mit Tips zu Massnahmen zur weiteren Gesunderhaltung Ihres Schützlings.

Bitte vereinbaren Sie für einen Senioren-Check einen Termin mit uns, an dem sowohl Sie als auch wir ausreichend Zeit für die Untersuchungen haben. Die Untersuchungen selbst sind für Ihr Tier wenig belastend und nicht mit Schmerzen verbunden. Zur Ultraschalluntersuchung ist es meist nötig, Ihr Tier in der betreffenden Region zu rasieren, da Haare die Qualität von Ultraschallbildern beträchtlich beeinflussen. Sollten Sie mit einer Rasur nicht einverstanden sein, kann die Untersuchung versucht werden, allerdings mit u.U. eingeschränkter Aussagekraft.

Ihr Hund oder Ihre Katze sollte zu diesem Termin nüchtern sein, das heisst 12 Stunden vorher nichts gefressen haben. Daher eignen sich vor allem Vormittage für die Untersuchung.

Präoperative Vorsorgeuntersuchung

Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin hat für Ihr Tier eine Behandlung empfohlen, die nur unter Vollnarkose durchgeführt werden kann. Hierbei kann es sich um eine ganz harmlose Angelegenheit handeln wie um eine Zahnbehandlung oder eine Kastration.

Obwohl wir über ein für Ihr Tier sehr schonendes und sicheres Narkoseregime verfügen, empfiehlt es sich vor einer Allgemeinanästhesie einen präoperativen Checkup (der in der Humanmedizin Standard ist) durchzuführen.

Hierbei wird das Herz-Kreislaufsystem Ihres Tieres untersucht, ein EKG angefertigt und Blut abgenommen, um Blutbild, Leber und Nieren zu überprüfen.

Gerade bei älteren Patienten oder Patienten mit einer längeren Krankheitsgeschichte sind diese Untersuchungen wichtig, um die Narkosefähigkeit zu überprüfen.

Aber auch bei jungen Tieren empfiehlt sich dieses Plus an Sicherheit im Narkoseregime.

Der präoperative Checkup kann in der regulären Sprechstunde erfolgen, Ihr Tier sollte hierzu 12 Stunden nüchtern sein.

Der Checkup sollte wenigstens 2 Tage vor der Narkose erfolgen.