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Kleine Heimtiere

Anders als bei der Nutztierhaltung wird die Haltung kleiner Heimtiere, Vögel und Reptilien beim Hobbytierhalter nicht von ökonomischen Zwängen bestimmt. Daher sind auch viel strengere Massstäbe hinsichtlich einer tiergerechten Haltung anzulegen, auch wenn dadurch der natürliche Lebensraum in der Regel nie ersetzt werden kann. Zudem kann es allgemeine Richtlinien nur für gut bekannte und häufig gehaltene Tierarten geben.

Kleine Heimtiere, Vögel und Reptilien befinden sich in weit höherem Mass als Katzen oder Hunde in der totalen Abhängigkeit des Tierhalters. Sie haben auch nur sehr geringe Ausdrucksmöglichkeiten, um auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen. Wer Macht über andere hat, hat auch die Möglichkeit, diese zu missbrauchen.

Achtung: Tiere, auch kleine Heimtiere, sind kein Spielzeug für Kinder (unter 16 Jahren) und dürfen niemals deren unbeaufsichtigter Haltung und Pflege überlassen werden!

Die meisten kleinen Heimtiere leben in freier Natur gesellig im Rudel. Einige von ihnen leben darüber hinaus in monogamen Partnerschaften. Es darf nicht vergessen werden, dass in der Hobbytierhaltung Tiere aus zur persönlichen Freude des Tierhalters (bzw. aus Egoismus) gehalten werden und diese Tiere aus diesem Grund auf ein Leben in Freiheit verzichten müssen. Alle kleinen Heimtiere haben ein sehr starkes Bewegungsbedürfnis (laufen, klettern, springen, graben) und auch einen sehr intensiven Stoffwechsel. Tätigkeiten wie den Lebensraum erkunden, Futter suchen, markieren, sich verstecken, Nest bauen usw. bestimmen das ganze Leben. Das Verhalten vieler Kleinsäuger ist nicht ausreichend erforscht, um in allen Fällen verbindliche Mindestnormen aufzustellen. Daher werden Erfahrungswerte eingesetzt, wobei neben Käfiggrössen in Zentimetern oder Metern auch das Käfiginventar und der Käfigstandort (Kleinklima) entscheidende Rollen spielen. Ergänzend zur Käfighaltung sollte kleinen Heimtieren in der Wohnung, auf dem Balkon oder im Garten regelmässig die Möglichkeit zum «Freilauf» gegeben werden, natürlich mit entsprechenden Schutzvorkehrungen. Auch das richtige und verletzungsfreie Wiedereinfangen des Tieres muss geplant werden.