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Goldhamster

Der Goldhamster stammt ursprünglich aus Syrien. In Bulgarien und Rumänien sind die kleinen Tiere heute noch wildlebend anzutreffen. Hamster, die bei uns im Zoofachhandel angeboten werden, kommen ausnahmslos aus Zuchten. Hamster sind nachtaktive Einzelgänger, die durch ihre Gutmütigkeit sehr schnell handzahm werden. Zur Enttäuschung vieler Kinder beginnen Hamster immer erst dann aktiv zu werden, wenn die Kleinen zu Bett gehen sollten. Dies führt oft dazu, dass Kinder die Freude und das Interesse an den Tieren nach kurzer Zeit verlieren. Dank des nächtlichen Lebens ist der Goldhamster eher der ideale Gefährte für alleinstehende Menschen, die tagsüber arbeiten und abends etwas Gesellschaft wünschen. Beim Kauf eines Hamsters achte man auf ein glänzendes Fell, klare, nicht tränende Augen, eine trockene Nase und eine saubere Aftergegend. In der Regel hält man die Tiere einzeln, was ihrer Veranlagung entspricht. Bei Paarhaltung stellt die hohe Fruchtbarkeit der Tiere ein echtes Problem dar. Gleichgeschlechtliche Tiere vertragen sich selten. Die Lebenserwartung beträgt 2-4 Jahre. Es gibt diverse Zuchtvarianten, die sich in der Farbe von der ursprünglichen Wildfarbe unterscheiden. Der wildfarbene Goldhamster ist der robusteste und deshalb am ehesten zu empfehlen. Neuerdings werden auch Zwerghamster angeboten, die sich von anderen Wildformen ableiten.

Gesundheit

Goldhamster sind sehr robust. Am ehesten kommen Hautkrankheiten in Form von Ekzemen, Hautpilzinfektion oder Räude vor. Achtung: Hautpilze sind auf Menschen und andere Tiere übertragbar. Im Frühjahr können durch Haarausfall kahle Stellen im Pelz auftreten, die jedoch nach einer Futterumstellung (Saftfutter) oftmals wieder verschwinden. Hamster besitzen in der Flankengegend schwarz pigmentierte Talgdrüsen, die bei Männchen besonders auffällig sind und häufig fälschlicherweise mit krankhaften Hautveränderungen wie Tumoren (Melanome) und Ekzemen verwechselt werden.

Die Zähne der Goldhamster wachsen während der ganzen Lebensspanne dauernd nach. Für die Zahngesundheit brauchen die Tiere harte Gegenstände zum Benagen, damit sie ihre Zähne abnutzen können. Fehlt ihnen diese Möglichkeit, kann dies zu Zahnproblemen führen, die schliesslich das Fressen verunmöglichen. 

Gelegentlich kann Durchfall, Augenentzündung, Schnupfen und Lungenentzündung auftreten. In der Regel kann der Tierarzt helfen, wenn rechtzeitig reagiert wird.

Die Hirnhautentzündung des Goldhamsters, die auf den Menschen übertragbar ist und zu vielen Diskussionen Anlass gegeben hat, ist heute in vielen bestehenden Zuchten ausgemerzt. Da die Krankheit beim Menschen für schwangere Frauen eine ernsthafte Gefährdung darstellt und bei jungen Goldhamstern bis zum Alter von 5 Monaten auftreten kann, sollten Schwangere vorsichtshalber mit der Anschaffung eines Junghamsters bis nach der Geburt zuwarten. Ausgewachsene Tiere bieten kein Risiko.

Narkosen bergen beim Hamster wie bei allen Mäuseverwandten ein hohes Risiko. Aus diesem Grunde und wegen der sehr kleinen Verhältnisse wird in der Regel auf chirurgische Eingriffe verzichtet.

Fütterung

Als Wüstentiere sind Hamster im Futter anspruchslos und benötigen wenig Wasser. Eine käufliche Grundfuttermischung für Hamster kann als Hauptnahrung angeboten werden. Daneben sollen als Saftfutter Obst und Gemüse an verschiedenen Stellen des Käfigs ausgelegt werden, damit das Tier seinen natürlichen Trieb der Vorratssuche befriedigen kann. Zweige von einheimischen Bäumen werden als Nagematerial gern angenommen. Gelegentlich soll als zusätzliche Eiweissquelle wenig Hackfleisch, Käse oder Ei gegeben werden. Der Goldhamster «hamstert» im wahrsten Sinne des Wortes, das heisst, er stopft einen Grossteil der Nahrung vorerst in seine Backentaschen und deponiert sie anschliessend in einem Vorratsversteck. Man muss deshalb von Zeit zu Zeit den Käfig gründlich von diesen Nahrungsvorräten befreien, insbesondere wenn reichlich Saftfutter angeboten wird, damit sich kein verdorbenes Futter anhäuft. Aus diesem Grunde sollte man auch nicht zuviel Futter anbieten.

Haltung und Pflege

Zur Unterbringung dient ein Gitterkäfig mit waagrechten Stäben und den Mindestabmessungen von 60 x 50 x 40 cm. Der Käfig sollte möglichst mit mehreren Etagen und Klettermöglichkeiten ausgestattet sein. Wichtig ist ein Schlafhäuschen und ein zweites Häuschen zum Anlegen von Vorräten. Es soll reichlich Polstermaterial zur Verfügung stehen, am besten Stroh, Heu, oder Packpapier, das der Hamster selber bearbeitet und zerkleinert. Wolle und käufliche, sogenannte Hamsterwatte sind zu feinfaserig und verstopfen die Backentaschen. Unter Aufsicht ist regelmässiger Auslauf im Zimmer als Bewegungstherapie sehr wichtig; man hüte die kleinen Tierchen aber sorgfältig vor Unfällen, insbesondere sind schon Stürze aus Tischhöhe lebensgefährlich! Ein offenes Laufrad ist ein sinnvolles Turngerät für Hamster, ungeeignet sind Phantasiegebilde aus Plastik, wie Windmühlen oder Rennwagen, in denen das arme Tier in einem geschlossenen Laufkäfig für die nötige Bewegungsenergie sorgen soll.

Eignung

Der Goldhamster ist nur für ältere Kinder ab ca. 10 Jahren geeignet, die sich vor allem an der Beobachtung seiner typischen Lebensweise erfreuen können. Als Kuscheltier für Kleinere ist er wegen seiner Zartheit und der Nachtaktivität ungeeignet. Vor Paarhaltung sei ausdrücklich gewarnt; für die überaus zahlreichen Nachkommen können in den seltensten Fällen genügend Abnehmer gefunden werden.